Buchrezension 12.10.2005

CustomGuide - Access 2003 Personal Trainer

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CustomGuide
O'Reilly
Broschiert - 370 Seiten
August 2005

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Unter den Microsoft Office-Programmen ist Microsoft Office Access 2003 die technisch anspruchsvollste Anwendung. Doch auch zu dieser Anwendung findet sich beim O'Reilly-Verlag ein Titel aus der Buchreihe Personal Trainer, nämlich Access 2003 Personal Trainer. Wie die anderen Titel dieser Buchreihe auch, wurde Access 2003 Personal Trainer von den Mitarbeitern der Firma CustomGuide, einem Schulungsunternehmen aus Minneapolis erstellt. Dieser Buchtitel beschließt die Rezensionen aus der Buchreihe Personal Trainer.

Die 370 Seiten des Buches Access 2003 Personal Trainer sind in elf Kapitel unterteilt, nämlich in Die Grundlagen, Eine Datenbank erstellen und mit ihr arbeiten, Daten suchen, filtern und formatieren, Mit Tabellen und Feldern arbeiten, Relationale Datenbanken erstellen, Mit Abfragen arbeiten, Mit Formularen arbeiten, Mit Berichten arbeiten, Formulare und Berichte formatieren, Mit Makros arbeiten und Daten importieren und exportieren. Die Kapitel selbst bauen sich nach einem bestimmten Schema auf. Zunächst werden die Lernziele des Kapitels definiert und anschließend die Aufgabe für das Kapitel formuliert. Die Aufgaben lassen sich dabei meist direkt aus dem Kapitelnamen ableiten. Bevor der Lernstoff des Kapitels vermittelt wird, werden noch die Voraussetzung und Kenntnisse beschrieben, die für das jeweilige Kapitel benötigt werden. Der Lernstoff selbst ist in Lektionen unterteilt, an deren Ende eine Schnellreferenz folgt. Die Schnellreferenz beinhaltet jeweils eine kurze Zusammenfassung der Lektion. Am Ende eines jeden Kapitels folgen ein Multiple Choice Test nebst Lösungen, sowie weitere praktische Übungen, die als Hausaufgaben bezeichnet werden.

Wie bei den Büchern dieser Buchreihe üblich werden die Lektionen als Schritt-für-Schritt-Anleitungen ausgeführt. Der Leser kann so die einzeln Arbeitsschritte leicht nachvollziehen und beim Lesen am Computer mitmachen. Der Nachteil dieser Wissensvermittlung ist, dass nur wenige Hintergrundinformationen oder gar methodisches Wissen vermittelt werden.

Das Kapitel 4, Mit Tabellen und Feldern arbeiten, ist eines der Schlüsselkapitel, die den Umgang mit Microsoft Office Access 2003 erklären. Hier findet sich eine gute Erklärung der Begriffe Index und Primärschlüssel. Das Anlegen von Feldern und die Formatierung von Zahlen- und Datumswerten werden ebenfalls sehr ausführlich besprochen. Allerdings fehlt ein Hinweis darauf, dass Zahlen- und Datumsformate von der Sprachversion des Betriebssystems abhängig sind. Die Themen Gültigkeitsprüfung, Eingabeformate und Nachschlagelisten runde das sehr gut gelungene Kapitel ab.

Ebenfalls sehr wichtig für den Umgang mit Datenbanken ist das Kapitel 5, Relationale Datenbanken erstellen. Hier wird nicht nur erklärt, was Relationen sind und wie relationale Datenbanken geplant werden, sondern es werden auch die wichtigen Aspekte der referenziellen Integrität ausführlich behandelt.

Kapitel 6, Mit Abfragen arbeiten, befasst sich mit den verschiedenen Arten von Abfragen, sowie den Problemstellungen von doppelten Datensätzen, beziehungsweise inkonsistenten Datensätzen. Leider ist der syntaktische Aufbau von Abfragen viel zu knapp erklärt.

Wer bei dem Kapitel 10, Mit Makros arbeiten, an die VBA-Programmierung denkt, der liegt völlig falsch. Stattdessen wird die Erzeugung, Verwaltung und Ausführung von Makros gezeigt, die aus Aktionen und Aktionslisten aufgebaut sind. Die strikte Beschränkung auf diesen Aspekt der Arbeit mit Makros ist als positiv zu werten, würde doch eine Einführung in die VBA-Programmierung dem Charakter des Buches nicht gerecht werden.

Als schlichtweg zu kurz geraten muss das Kapitel 11, Daten importieren und exportieren, bezeichnet werden. Zwar wird erklärt, wie Verbindungen zu anderen Access-Datenbanken und zu Microsoft Excel und Microsoft Word aufgebaut werden, aber damit ist diese Thematik keineswegs erschöpfend behandelt. Dagegen gehören die Abschnitte über Hyperlink-Felder und OLE-Objektfelder nicht unbedingt in dieses Kapitel.

Zur Ausstattung des Buches gehören auch eine CD-ROM und eine Referenzkarte. Auf der CD-ROM sind neben den Übungen - meist Access-Datenbanken und einige Hilfsdateien - einige HTML-Seiten vorhanden, mit denen der Inhalt der CD-ROM erschlossen wird. Ansonsten befindet sich kein weiteres Material, zum Beispiel zusätzliche Tools, auf der CD-ROM. Nicht gerade benutzerfreundlich ist die Tatsache, dass die HTML-Seiten nicht per AutoStart nach dem Einlegen der CD-ROM aufgerufen werden. So muss der Leser per Windows Explorer selbst die entsprechende HTML-Seite starten. Das Buch setzt voraus, dass die Übungsdateien sich auf der Festplatte befinden. Anstatt den Leser den Kopiervorgang mit dem Windows Explorer durchführen zu lassen, wäre es wesentlich komfortabler gewesen, ein Tool oder eine Installationsroutine anzubieten, welche diese Aufgabe übernimmt. Auch die Referenzkarte, auf der hilfreiche Tastenkombinationen enthalten sind, könnte noch nützlicher sein, wenn diese ausschließlich Tastenkombinationen von Microsoft Access und nicht auch Tastenkombinationen der anderen Microsoft Office-Programme enthalten würde.

Fazit: Das Buch Access 2003 Personal Trainer ist sehr gut gelungen und eignet sich wie die anderen Titel dieser Buchreihe für Einsteiger und kann zum Selbststudium verwendet werden. Die beschriebenen Inhalte sind qualitativ gut aufbereitet und gut beschrieben. Allerdings ist der Umfang des Buches, verglichen mit der Komplexität der Erstellung einer Datenbank-Anwendung, etwas zu knapp ausgefallen. Ein Umfang von etwa 50 Seiten mehr wäre der Thematik angemessen. Auch die CD-ROM und die mitgelieferte Referenzkarte weisen ein paar kleine Schwächen auf. Das Buch ist für Einsteiger konzipiert und kann diesen auch empfohlen werden.


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