Buchrezension 16.08.2005

Curtis Frye: Wenn Excel nervt ...

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Curtis Frye
O'Reilly
Broschiert - 252 Seiten
Juni 2005

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Wenn Excel nervt .... Das ist der plakativen Titel des neuesten Buches des amerikanischen Fachbuchautors Curtis Frye, das im Juni 2005 im O'Reilly-Verlag erschienen ist. Untertitel des Werkes: Wie Sie die Macken Ihres Lieblingsprogramms in den Griff bekommen. Bei diesem Buch handelt es sich nicht um ein Lehrbuch über Microsoft Excel im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr um eine Ansammlung von Lösungen der gängigsten Probleme, die sich dem Anwender bei der täglichen Arbeit mit Microsoft Excel immer wieder stellen.

Auf 252 Seiten werden Probleme und deren Lösungen präsentiert. In der Terminologie des Autors werden diese als "Das Ärgernis" und "Das Gegenmittel" bezeichnet. Die Ärgernisse werden thematisch in neun Kapitel unterteilt, wobei jedes Kapitel mehrere Abschnitte enthält, die das Auffinden eines bestimmten Ärgernisses erleichtern. Für das Seitenlayout wurde eine zweispaltige Darstellung gewählt. Einerseits sorgt das für eine gute Lesbarkeit, anderseits wirken jedoch die Abbildungen manchmal sehr klein, vor allem dann, wenn Microsoft Excel im Vollbildmodus abgebildet ist.

Die neun Kapitel des Buches behandeln die Themen Dateneingabe, Formate, Formeln, Datenbearbeitung, Diagramme, Austausch von Daten, Drucken, Anpassungen, Makros und VBA, sowie spezielle Ausführungen zu Microsoft Office Excel 2003. Somit werden alle relevanten Bereiche von Microsoft Excel abgedeckt. Die vorgestellten Ärgernisse erweisen sich als anwendungs- und praxisbezogen. Das liegt vor allem daran, das der Autor die Ärgernisse aus Beiträgen in Diskussionsforen und Zuschriften von Anwendern ausgewählt hat. Auf diese Weise ist ein praktisches Nachschlagewerk für alle Anwender von Microsoft Excel entstanden. Die vorgestellten Lösungen sind adäquat und falls notwendig geht der Autor auf Besonderheiten der jeweiligen Excel-Versionen, beziehungsweise auf betriebssystembedingte Unterschiede ein. Positiv fällt vor allem auf, das Curtis Frye sich nicht nur auf die Lösung des jeweiligen Ärgernisses beschränkt, sondern oft auch Alternativen aufzeigt und verwandte Themen erklärt. So bekommt der Leser nicht nur eine Problemlösung präsentiert, sondern lernt gleichzeitig Microsoft Excel besser kennen. Zahlreiche zusätzliche Tipps runden das Informationsangebot des Buches ab.

Als misslungen muss jedoch der Abschnitt über die VBA-Programmierung in Kapitel 8 bezeichnet werden. Hier unternimmt der Autor den halbherzigen Versuch, einen VBA-Crashkurs zu geben. Ein Leser, der mit der VBA-Programmierung nicht vertraut ist, wird aufgrund dieses Abschnitts die VBA-Programmierung auch nicht erlernen. Andererseits wird ein Leser, der VBA bereits beherrscht keine Nutzen aus diesem Abschnitt ziehen können. Es stellt sich also die Frage nach der Zielgruppe, die der Autor beim Schreiben dieses Abschnitts im Sinn gehabt hat. Als weiteren Kritikpunkt wäre zu nennen, dass die vorgestellten Prozeduren nicht näher erläutert werden, was für den Leser das Anpassen des Quelltextes an die eigenen Anforderungen erschwert.

Die Ärgernisse von Microsoft Office Excel 2003 werden in einem eigenen Kapitel behandelt. Ein Großteil dieses Kapitels beschäftigt sich mit der Verwendung von XML. Damit wird dem wichtigsten neuen Leistungsmerkmal der aktuellsten Version von Microsoft Excel ein angemessener Platz eingeräumt.

Fazit: Curtis Frye ist es gelungen, einen wirklich guten Ratgeber für die tägliche Arbeit mit Microsoft Excel zu schreiben. Das Buch gibt Antworten auf viele Fragen, mit denen fast jeder Anwender von Microsoft Excel früher oder später konfrontiert wird. Neben dem inhaltlich schwachen Abschnitt über die VBA-Programmierung trübt lediglich der Preis den guten Gesamteindruck. Angesichts des Umfangs und der Ausstattung - nur 252 Seiten, broschiert, keine CD-ROM - erscheint der Verkaufspreis von 24.00 EUR etwas zu hoch. Immerhin wird das Fehlen der CD-ROM durch Downloads von Tools und Makros von der Verlags-Homepage teilweise kompensiert. Alles in allem ist das Buch jedoch eine Empfehlung wert.


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